DS Jura

 

Die DS Jura wurde 1854 von der Maschinen-Fabrik Escher-Wyss in Zürich erbaut. Nach einem alten Foto und einer gezeichneten Seitenansicht hat der Schaufelraddampfer eine LüA (Länge über Alles) von ca. 46,30 Metern. Die Wasserlinienlänge beträgt 136′ (41,344 Meter).

Jura

Das Schiff wurde am 7. September 1854 von der Societe des Bateuax a vapeur du lac du Neuchatel auf dem Neuenburger See in Dienst gestellt. 1861 wurde es an Bayern verkauft, das es auf dem Bodensee in Betrieb nahm.

Jura

Am 12. Februar 1864 gegen 11 Uhr tönen bei dichtem Nebel die Signalhörner der bayerischen DS Jura und der schweizerischen Zürich vor Münsterlingen über den Bodensee. Da der Ausguck nichts erkennen kann, kann eine Kollision nicht vermieden werden. Die Zürich rammt die Jura mittschiffs. Das Glattdeckschiff sinkt innerhalb weniger Minuten und reißt einen Matrosen mit in die Tiefe. Fünf Passagiere und die Besatzung retten sich auf die Zürich.

1964 wird das Wrack des Schiffes von Berufstauchern, die nach einem im Zweiten Weltkrieg abgestürzten Flugzeug suchen, bei Bottighofen auf 42 Meter Tiefe gefunden. Das angeblich bekannteste Süßwasserwrack Europas steht nahezu eben auf dem Kiel auf dem Seegrund, der Bug ist mit Schlamm bedeckt, der nach Baggerarbeiten für den Kreuzlinger Hafen an dieser Stelle verklappt wurde.

Eine Bergung hätte ihren Reiz, denn bei der DS Jura handelt es sich um das älteste vorhandene Dampfschiff der Welt. Mit ihr wäre ein Schiff aus einer Epoche – dem späten Biedermeier – verfügbar, aus einer Zeit, aus der es kaum technische Denkmäler gibt.

Die Stiftung Historische Schifffahrt Bodensee mit Sitz im schweizerischen Tägerwilen hat den Ehrgeiz, das Schiff zu bergen und zu restaurieren. Dabei wird das Kostenvolumen mit rund 3,5 Mio. Euro überschlagen, denn das Schiff mit Holzrumpf und klappbarem Schornstein ist in einem schlechten Zustand. Daran sind souvenirsüchtige Sporttaucher schuld, die das Wrack demontierten, plünderten und demolierten.

Der Kanton Thurgau, das Amt für Archäologie in Frauenfeld, hat die DS Jura als ‚Unterwasser-Industriedenkmal‘ unter Schutz gestellt. Vor weiterer Zerstörung soll das Schiff jetzt mit Absicherungen geschützt werden, die in Zusammenarbeit mit dem Amt für Archäologie, den Sporttauchverbänden aus Österreich, Deutschland und der Schweiz sowie der Wasserschutzpolizei erarbeitet werden.

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